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Beispiele Wer was findet
Zur Konzeption Differenzierte Recherche
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Projektziel
Was leistet die Datenbank, und wer profitiert davon?
Wer was findet - 5 kleine Beispiele:
Der Musiker findet einen Überblick über die Quellen einer von
ihm gespielten Komposition, vielleicht ihrer besonderen Fassungen, Arrangements
und Transpositionen und erfährt etwas über die Rezeption dieses Stückes
nach Bachs Tod überhaupt.Der "Laie" kann sich informieren, wo eigentlich
die Quellen zu den Werken Bachs heute liegen, vielleicht im eigenen Land oder gar in der
Heimatstadt.Dem Kirchenmusiker, der bestimmte Musiker zur Verfügung hat
und jetzt alle genau zu dieser Besetzung und dem Anlaß passenden Kantaten Bachs
sucht, kann schnell geholfen werden.Der Musikwissenschaftler, der die
Rezeption der Werke Bachs anhand der musikalischen Quellen selbst untersuchen will, der
beispielsweise die Handschriften, die Mendelssohn besaß oder die in Wien zur Zeit
Beethovens und Schuberts im Umlauf waren, untersuchen will, findet ein effizientes
Recherche-Werkzeug.Und nicht zuletzt dem Bachforscher, zu dessen täglichen
Handwerkszeug oftmals die Arbeit mit den Quellen gehört, wird ein neues,
zweckdienliches Hilfsmittel an die Hand gegeben, das laufend aktualisiert und korrigiert
wird.
Zur Konzeption der Datenbank:
Die Datenbank der
Bach-Quellen verzeichnet alle weltweit vorhandenen Autographe, zeitgenössischen
Abschriften, Originaldrucke sowie Abschriften bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die
Quellen werden prinzipiell gleichrangig behandelt und nicht daraufhin befragt, welchen
Wert sie für die Edition eines "Urtextes" haben. Somit treten erstmals in der
Bachforschung auch die Quellen der Bach-Rezeption des 19. Jahrhunderts stärker
in den Vordergrund. Die im Zuge der quellenkundlichen Arbeiten der Neuen-Bach-Ausgabe
(NBA) gewonnenen Kenntnisse sind nun in einheitlicher, übersichtlicher und stets
aktualisierbarer Form zusammengestellt worden. Diese erste Projektphase ist Mitte des
Jahres 2001 abgeschlossen. Neben den "Bach-Quellen" werden in der Datenbank auch
all die Kompositionen berücksichtigt und identifiziert, die zwar nicht von Bach
stammen, aber zusammen mit Werken von ihm überliefert wurden. Sie werden hier
"fremde Werke" genannt. Gerade für die Klavier- und Orgelmusik des 18. Jahrhunderts
steht damit ein wichtiges Hilfsmittel zur Erforschung ihrer Überlieferung zur
Verfügung. Für eine Ausweitung der Datenbank auf andere Komponisten hin,
ist hier bewußt eine Schnittstelle vorhanden. Daneben kann man sich auch
ein präzises Bild davon verschaffen, welche Stücke man Bach zugeschrieben
hat und welchen Komponisten diese Werke ebenfalls noch zugesprochen wurden. Diese
sogenannten Incerta bilden eine heterogene Werkgruppe, mit der sich die NBA
zur Zeit intensiv befaßt. Zu den praktischen Vorzügen der Datenbank
gehört daneben auch, daß man nun die Informationen zu einer Handschrift
mit mehreren Kompositionen (Sammelhandschriften und Konvolute) nicht mehr aus
verschiedenen Bänden der Kritischen Berichte der NBA zusammensuchen muß,
sondern sie in der Datenbank übersichtlich zusammengefaßt vorfindet.
Weiterführende Studien z.B. zu den Schreibern, den Provenienzen oder Wasserzeichen
werden durch zahlreiche Literaturangaben sowie einen Verweis auf die jeweiligen Seiten
in den Kritischen Berichten der NBA erleichtert. Zudem werden auch Quellen
beschrieben, die erst gefunden wurden, nachdem der entsprechende Band der NBA
erschienen war. Ausgewählte Einzelbestände von Quellen, die bisher gar nicht
oder nur unzureichend erfaßt sind, sollen in der nun angelaufenen 2. Phase des
Projektes, der Ausbauphase der Datenbank mit vollständigeren Quellenbeschreibungen
im Fließtext, katalogisiert werden.
Möglichkeiten einer differenzierten
Recherche:
Der Katalog soll mit einem Wasserzeichenkatalog aller
Bach-Quellen (bisher sind nur die Wasserzeichen der sogenannten "Originalquellen"
katalogisiert) und mit einer Schreiberdatenbank kombiniert werden. Daneben
wird angestrebt, zu allen im Quellenkatalog genannten historischen Personen
Kurzbiographien anzubieten.
Die Teilkataloge (z. B. Quellen, Wasserzeichen, Schreiber) können miteinander
verknüpft werden. Es wird also möglich sein, nicht nur die Schreiber und
Wasserzeichen einer Quelle abzurufen, sondern auch alle Handschriften
von der Hand eines Schreibers oder alle Handschriften mit einem bestimmten
Wasserzeichen. Es wäre z.B. auch möglich, nach den von einem bestimmten
Schreiber verwendeten Papiersorten zu fragen.
Ferner soll die Schreiberdatenbank zum Instrument der Schreiberidentifikation
ausgebildet werden, indem Suchfunktionen für Schriftcharakteristika und
Probefaksimiles integriert werden. Diese Recherchemöglichkeit befindet
sich derzeit in Vorbereitung.
Der Quellenkatalog wird die Möglichkeit eröffnen, sich über die
unterschiedlichen Überlieferungswege der Musik J. S. Bachs einen
vollständigen Überblick zu verschaffen. Es ist zu erwarten, daß
diese Zusammenschau die Einordnung etlicher, durch die Überlieferung
versprengter Quellen ermöglicht, wovon voraussichtlich neue Impulse auf
unterschiedliche Bereiche der Bach-Forschung ausgehen (Chronologie, Überlieferung,
Rezeption u.a.). Nach fast einem halben Jahrhundert quellenphilologischer und vor
allem auf die Originalhandschriften ausgerichteter Bach-Forschung, sind nun von einer
Untersuchung der bisher oft vernachlässigten Sekundärquellen wichtige
Neuerkenntnisse zu erwarten. Da die Bach-Überlieferung nicht losgelöst
von der Überlieferung der Musik im 18. und frühen 19. Jahrhundert überhaupt
gesehen werden kann, ist damit zu rechnen, daß der Quellenkatalog sich als
willkommenes Arbeitsmittel auch für die quellenorientierte Forschung an Werken
anderer Komponisten erweisen wird, etwa für die Überlieferung von
Tastenmusik zu Anfang des 18. Jahrhunderts in Thüringen
die Musiküberlieferung um das Verlagshaus Breitkopf in Leipzig
die Berliner Musikpflege nach 1750
die Hamburger Überlieferung des späten 18. Jahrhunderts um Carl
Philipp Emanuel Bach und die Musikalienhändler Johann Christoph und dessen
Sohn Johann Christian Westphal
die Wiener Überlieferung um den Musikverlag Traeg und vieles
andere mehr.
Es darf also erwartet werden, daß der Quellenkatalog einen in dieser Breite
und Überschaubarkeit bisher nicht möglichen Zugang zur deutschen
Musiküberlieferung des 18.Jahrhunderts eröffnen wird.
Die letzten Neuerungen sind hier abzurufen.
Hilfe und Anwendungstips erhalten Sie in der Homepagehilfe "Wie benutze ich die Datenbank?" oder auf den Startseiten der Datenbank-Kataloge.
Direkt zur Bach-Datenbank geht es hier:
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